
Institution: Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen
Projektleitung: Regierungsdirektorin Dr. Sarah Jadwiga Jahn
Beteiligte: Natalia Kajzer, M. Ed.
Das Teilprojekt an der HSPV NRW befasst sich mit der zentralen Fragestellung wie Antisemitismus in der Polizeiausbildung verortet wird. Hierdurch wird das Verständnis von Antisemitismus hinsichtlich der Auswirkungen auf repressive und vor allem präventive Polizeiarbeit untersucht. Das Teilprojekt setzt bei der Ausbildung von Polizeikommissarinnen und -kommissaren des gehobenen Dienstes im Bundesland Nordrhein-Westfalen an. Die forschungsleitende These ist, dass durch eine veränderte Wahrnehmung des Phänomens während der Ausbildung, in der späteren Berufspraxis antisemitisch motivierte Straftaten in gewissem Grad präventiv verhindert und repressiv legal und legitim bearbeitet werden können.
Das Projekt zielt deshalb darauf ab, das polizeiliche Verständnis von Antisemitismus in der Polizeiausbildung zu untersuchen und durch das Kerncurriculum zur Antisemitismusprävention (KAP) handlungsleitend zu konkretisieren. Hierzu wird eine Triangulation von verschiedenen Methoden der empirischen Sozial- und Bildungsforschung in folgenden Bereichen angewendet:
- Durchführung einer Interviewstudie mit Polizeibeamt/-innen zum Themenkomplex jüdisches Leben und Antisemitismus in Deutschland gemeinsam mit dem Teilprojekt „Sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung zu aktuellem Antisemitismus in jugendlichen Milieus und zu Einstellungen bei Polizist/-innen“ der Universität Bielefeld (Dr. Marc Grimm)
- Erforschung aktueller Curricula und der Lehrpraxis in den Landespolizeien und Polizeihochschulen der Bundesrepublik Deutschland
- Erprobung und Evaluation von praxisorientierten Lehrkonzepten für Polizeianwärter/-innen zum Themenkomplex jüdisches Leben und Antisemitismus in Deutschland

Regierungsdirektorin Dr. Sarah Jadwiga Jahn ist hauptamtliche Dozentin für Ethik und Interkulturelle Kompetenzen und Leiterin des EMPATHIA³-Teilprojekts an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW. Zu Ihren Forschungsschwerpunkten zählen der Umgang mit religiösen und kulturellen Minderheiten in öffentlicher Verwaltung (Polizei, Strafvollzug, Kommune) sowie häusliche Gewalt mit besonderem Blick auf Frauen- und Kinderschutz (Istanbul Konvention).

Natalia Kajzer, M. Ed., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt EMPATHIA³ und nebenberuflich interdisziplinäre Doktorandin der Antisemitismusforschung. Sie beschäftigt sich als deutsch – polnische Forscherin mit der Wahrnehmung antisemitismuskritischer Diskurse in Polen durch Film und Popkultur. Seit 2015 arbeitet sie frei- wie hauptberuflich im Bereich der antisemitismuskritischen Bildung für diverse Institutionen in jüdischer wie zivilgesellschaftlicher Trägerschaft sowie als politische Bildnerin in der JVA.



