„Historia Magistra Vitae“: Historisches Wissen gegen Antisemitismus

Teilprojekt Ruhr-Universität Bochum

Institutionen: Ruhr-Universität Bochum, Historisches Institut & Centrum für Religionswissenschaftliche Studien
Projektleitung: Prof. Dr. Nicola Brauch (Teil Geschichtsdidaktik); Prof. Dr. Alexandra Cuffel (Teil Judaistik/Religionswissenschaft)
Beteiligte: Prof. Dr. Alex Cuffel; Dr. Jonna Mäder; Sarah Vosding, M.A.; Mike Erdtmann, Evagelos Safralis

Lehrstuhl Geschichtsdidaktik

Das Teilprojekt „Historia Magistra Vitae. Historisches Wissen gegen Antisemitismus (HiMAVi)“ umfasst die Entwicklung eines fachwissenschaftlichen und (geschichts-)didaktischen Beitrages zur Entwicklung, Implementierung und Evaluierung eines Kursprogrammes für angehende Lehrer/-innen und Polizist/-innen zur Antisemitismusprävention auf der Basis des Kerncurriculums zur Antisemitismusprävention und -repression (KAP). 

Der fachwissenschaftliche Anteil besteht in der Erarbeitung von historischen Inhalten für die vier Bildungsmodule der Intervention. Ziel ist die Bereitstellung von fundiertem Grundlagenwissen, das es ermöglicht, antisemitische Narrative historisch zu dekonstruieren und positiv besetztes Wissen über das Judentum zu vermitteln.  Der fachdidaktische Anteil besteht in der didaktisch-methodischen Gestaltung der Intervention sowie deren Implementierung und Evaluierung speziell für die Zielgruppe der Lehre/-innen in Absprache mit der Polizist/-innenbildung im Teilprojekt der HSPV. Darauf basierend wird tiefergehend untersucht, inwiefern die Intervention die historischen Relevanzüberzeugungen anhand des Themas Antisemitismus fördert und wie diese mit Wissenserwerb, Einstellungen und Argumentationsfähigkeit zum Thema zusammenhängen. 

Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) 

Im Teilprojekt wird der Beitrag zu jüdischem Leben, jüdischer Religion und Geschichte für unser gemeinsames Kerncurriculum erarbeitet, das angehende Lehrer/-innen und Polizist/-innen zur Antisemitismusprävention und -repression befähigt (KAP). Zu den zentralen Inhalten zählen die Vermittlung von Definitionen des Jüdischseins und die Thematisierung vielfältiger Selbstbilder und Lebenswirklichkeiten. Eine Einführung in die zentralen religiösen Schriften und Traditionen, um ihre Bedeutung für die gegenwärtige Lebens- und Glaubenspraxis deutlich zu machen oder die Korrektur vermeintlicher Wissensbestände über jüdisches Leben und Handeln. Wenn Wissensbestände zu den vielfältigen Perspektiven auf Selbstbilder, Glaubensausübung oder religiöse Gebote, aus denen sich strukturelle Grenzen ergeben können, vorhanden sind und wenn ein Bewusstsein für die die Mechanismen und Konsequenzen verallgemeinernde und auf Differenzkonstruktionen beruhender Betrachtungsweisen besteht, kann empathisches und solidarisches Handeln gestärkt werden. 

Zudem werden im Teilprojekt der Transfer antijüdischer Narrative zwischen Ost und West und vor allem jüdische Reaktionsweisen und -möglichkeiten fokussiert. 

Team

Prof. Dr. Nicola Brauch ist Inhaberin des Lehrstuhls für Didaktik der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Sie ist Leiterin des Verbundprojekts EMPATHIA³ sowie des Teilprojektes HiMaVi – Historia Magistra Vitae: Historisches Wissen gegen Antisemitismus. Ihre Forschungsfokusse liegen auf der Schulbuchforschung, Demokratiebildung im Geschichtsunterricht und Geschichtslehrerbildung. 

Prof. Dr. Alexandra Cuffel leitet die religionswissenschaftliche Seite des Bochumer Teilprojekts am Standort CERES. Sie ist Professorin für die Religion des Judentums in Geschichte und Gegenwart. Ihre Forschungsschwerpunkte stehen alle im Zusammenhang mit der jüdisch, christlich, muslimische Beziehungsgeschichte: Juden, Christen und Muslimen.

Dr. Jonna-Margarethe Mäder ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bochumer Teilprojekt zu Empathia³ am Standort CERES und am Lehrstuhl für Judentum in Geschichte und Gegenwart. Ihre Forschungsschwerpunkte stehen alle in Zusammenhang mit Argumentationsstrategien jüdischer Autoren im Kontext von Repression und Selbstbehauptung.

Die Sozialwissenschaftlerin Sarah V. Vosding, M.A. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Verbundprojekt EMPATHIA³ am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Sie forscht zu Herausforderungen durch Antisemitismus und Diskriminierungserfahrungen im Strafvollzug.

Mike Erdtmann, B.A. ist wissenschaftliche Hilfskraft im Verbundprojekt EMPATHIA³ am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum.

Evangelos Safralis ist studentische Hilfskraft im Verbundprojekt EMPATHIA³ am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum.

Forschungseinrichtungen